ITS-G5 vs. C-V2X

Zwei inkompatible Funktechniken ringen darum, die physikalische Schicht von V2X zu sein. Sie tragen dieselben Nachrichten — können einander aber nicht hören.

Jede V2X-Sicherheitsnachricht — ein CAM, ein DENM, ein SPATEM — muss über irgendeine Funktechnik laufen. Dafür gibt es zwei konkurrierende Technologien, und sie sind auf der Luftschnittstelle nicht interoperabel: Ein Fahrzeug mit der einen kann die andere nicht direkt empfangen. Diese eine Entscheidung hat die V2X-Welt nach Regionen gespalten.

ITS-G5 (IEEE 802.11p)

ITS-G5 ist das europäische Profil von IEEE 802.11p, einer für schnell fahrende Fahrzeuge angepassten WLAN-Variante. Es ist eine ausgereifte, bewährte Ad-hoc-Technik: Zwei Autos in Reichweite funken einfach miteinander — ohne Basisstation, SIM-Karte oder Mobilfunkvertrag. In den USA heißt derselbe 802.11p-Funk DSRC (Dedicated Short-Range Communications).

Der Medienzugriff nutzt CSMA/CA — Carrier Sense Multiple Access mit Kollisionsvermeidung. Vor dem Senden hört eine Station ab und sendet nur, wenn der Kanal frei ist. Das ist einfach und dezentral, doch die Leistung sinkt, je voller der Kanal wird.

C-V2X (LTE-V2X und 5G-NR-V2X)

C-V2X (Cellular V2X) kommt aus der 3GPP-Mobilfunkwelt. Es hat zwei Gesichter: einen Netzmodus (Uu), der über Mobilfunkmasten läuft, und einen direkten Sidelink-Modus (PC5), mit dem Fahrzeuge ohne Netz miteinander funken — der eigentliche Konkurrent von ITS-G5.

Im Direktmodus (LTE-V2X Mode 4) wählen und verwalten Fahrzeuge ihre Funkressourcen autonom ohne Mobilfunkinfrastruktur — über ein geplantes, sensorbasiertes Reservierungsschema statt des Listen-before-talk von 802.11p. Die Mobilfunkherkunft gibt eine Roadmap vor: LTE-V2X entwickelt sich zu 5G-NR-V2X weiter, mit höherem Durchsatz und geringerer Latenz für fortgeschrittenes kooperatives und automatisiertes Fahren.

Direkter Vergleich

ITS-G5 / 802.11p / DSRCC-V2X (PC5 sidelink)
HerkunftWLAN (IEEE 802.11)Mobilfunk (3GPP)
MedienzugriffCSMA/CA — Listen before TalkSensorbasiertes semi-persistentes Scheduling (Mode 4)
Infrastruktur nötigKeine — reines Ad-hocKeine für PC5; Masten für den Uu-Netzmodus
ReifeÜber ein Jahrzehnt im Feld erprobtNeuer; schneller Ausbau, klare 5G-Roadmap
Entwicklungspfad802.11bd (nächste 802.11p-Generation)LTE-V2X → 5G-NR-V2X
Höhere SchichtenGleicher ETSI-Nachrichtensatz in Europa (CAM, DENM, SPATEM, MAPEM …)

Wer was nutzt — regionale Verbreitung

Was V2X2MAP empfängt: Der Empfänger basiert auf einem ESP32-C5-WLAN-Funk und erfasst daher ITS-G5- / 802.11p-Frames — die WLAN-basierte Seite von V2X. Die Bandaufteilung, die sich beide Techniken teilen, behandelt die Frequenzspektrum-Seite.

Verhalten der MAC-Schicht und Nachrichtendetails zusammengefasst aus ETSI-/3GPP-Standards und dem Vector-V2X-Know-how-Überblick.

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